Reena - © Ernst Lipps



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© Ernst Lipps   |   ©  Katharina Weber




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© Ernst Lipps Fotografie; © Martin Wagner, Oldtimer-Fahrer


vernetzt ...?   -   wozu ...?


Nicht alles muss digital und vernetzt sein. Es gibt eine analoge Welt, die einen unausweichlichen Reiz ausübt. Man kann die Schwarzwaldhochstraße mit einer Motorradrennmaschine mit todsicherer Geschwindigkeit als Sprungbrett in den Himmel benutzen, und man kann mit ein paar Meilen über den Asphalt zuckeln. Das eine muss nicht besser als das andere sein; etwas sicherer schon.

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Das Leben ist ein Zerrspiegel, aus dessen Splitter wir uns immer wieder zusamenzusetzen versuchen


Das Bildnis des Mr. Gray


Als ich in das Halbdunkel des kleinen Cafés trat, saß ein Fremder in einer Ecke. In Cafés geht man am besten wenn man ein wenig Zeit hat, ich hatte sie. Ich bestellte und las in meinem Buch. Es dauerte eine ganze Weile, bis der Fremde mich ansprach: "Ich habe einen Titel zu einem Bild, einem Portrait von Ihnen, 'Die Leserin', darf ich Sie fotografieren?" Er meinte noch, ich solle ruhig weiterlesen und so tun, als ob er gar nicht da wäre. Mir war das recht und er tat was er wollte.

Der Wintertag war grau, der Himmel auch, die Fensterscheibe ein natürliches Graufilter, drinnen war es warm und draußen nass und kalt. Lesen und Fotografieren, irgendwie passt das zusammen. Man taucht ab in fremde, ferne Welten, lässt seine Fantasie von der Leine und denkt nicht zu viel über alles nach. Die sanfte Mattigkeit, die subtilen Grautöne als auch das tiefe satte Schwarz. Er hatte von mir den entscheidenden Moment erfasst, der Mr. Gray, der Mann für Schwarz und Weiss.



Eines spürte ich bei ihrem Anblick sofort, nennen wir es bescheiden Intuition: Sie war interessant und fotogen; fast möchte ich sagen, sie hatte eine unwiderstehliche Ausstrahlung - die Fremde. Sie las und schien keine Eile zu haben. Neben ihr lag eine Jacke mit einem Pelzkragen. Ich wollte nur ihr Gesicht, umhüllt von dichtem Pelz, nur die Augen, die Nase, den Mund - den Blick. Vielleicht ein anderes Mal? Mach' es jetzt, oder nie, uralte Fotografenregel. Die Fotografie ist die Summe einer Möglichkeit, die ihre Wirklichkeit sucht.



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HIGHLANDS

 

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© Tamara B ; composing: E. Lipps


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1. März 2019

Und wieder läuft das alte Spiel, das perverse: vielleicht sollten, müssen, wollen wir doch wieder einmal die Restriktionen lockern, Waffen liefern in Krisen- und Kriegsbegiete - der Arbeitsplätze wegen, weshalb denn sonst, aus ethischen Gründen, was denn sonst, wir Gutmenschen! Es ist halt so: Mord, Vergewaltigung, Folter, das muss so sein - Kollateralschaden halt der Notwendigkeit. Weggucken, wegducken, nicht hinschauen, nur unsere Pficht ..., der Ablaß des Mordens.

Und, Vergewaltigen, ja, Abtreiben nein!!!

Gutmenschen halt und ihre Terminologie.

Ethik ist ein schweres Fach in unserer Zeit,

Zeit der Experten, Zeit der Medien, Zeit der Ratings.

Es ist zum Kotzen.


WER MAUERN BAUEN WILL HAT KEINEN FRIEDEN IM SINN


18. Februar 2019

Eine deutsche Wahrheit


Sie benötigen einen Kredit über 2 Milliarden?
Versuchen Sie es einmal bei der Deutschen Bank


21. Februar 2019


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 ©  Ernst Lipps   EROS   & THANATOS

Gewidmet: dannpet, Riga

Inspiriert von Lenka Reinerová: Das Traumcafé einer Pragerin, darin die Erzählung "Der Ausflug zum Schwanensee"


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Lesen macht durstig...und von hochgeistiger Literatur alleine kann kein Mensch leben. So weit die Füße tragen, drei Wochen lang kreuz und quer durch Prag.
















© Prager Literaturhaus; PHOTO © Ernst Lipps

Mit freundlicher Genehmigung des Prager Literaturhauses, seines Teams








Parizska, Straße in der Josefstadt Prag, Schaufenster




 

 

 



 

 















PRAG, Hauptbahnhof KUTNA HORA - Sedlec























DAS MAEDCHEN & DER TOD - Kutna Hora-Sedlec





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6.5.2018

Geschichtsstunde:

>>Es lebe die Freiheit!<<


Hans Scholl, 22. Februar 1942

Verhandlung führte Dr. Roland Freisler, Präsident des "Volksgerichtshof" direkt in München, war von Berlin eingeflogen:

"Wir brauchen kein Recht! Wir brauchen kein Gesetz! Wer gegen uns ist, der wird vernichtet!"


Ein Gestapo-Beamter notiert für Freisler Hans Scholls Kommentar:

>>Scholl bezeichnete die laufende Verhandlung als Affentheater<<.


Am selben Tag noch vollstreckt der Scharfrichter Johann Reichart das Todesurteil an Christoph Probst, Hans Scholl und Sophie Scholl mit dem Beil. Er hat über 3.000 Urteile vollstreckt. Wurde nach Kriegsende für kurze Zeit entlassen und bereits im Herbst 1945 wieder vom bayrischen Justizministerium eingestellt und nach Landsberg verpflichtet, als Henker für die in Nürnberg verurteilten NS-Hauptkriegsverbrecher.

Freisler wurde während einer Verhandlungspause von einem marodierenden Bombensplitter getötet. Eine weiter Handvoll Blutrichter, verantwortlich für über 7.000 Urteile, übten ihren Dienst teils noch Jahrzehnte für die neu entstandene Bundesrepublik aus - ohne erkennbare Nachteile für ihre Vita.


Literatur:

Ulrich Chaussy . Gerd R. Ueberschär

>>Es lebe die Freiheit!<< - Die Geschichte der Weißen Rose und ihrer Mitglieder in Dokumenten und Berichten, S. 94-98, Fischer TB 2013


Was ist mein Bezug zur deutschen Geschichte?

Ich wurde Mitte der 60er Jahre am Gymnasium mit der historischen Aufarbeitung der Blut- und Verbrechensspur des Tausenjährigen Reichs intensiv konfrontiert. Was ich damals nicht wusste - vielleicht war ich zu jung, zu abgelenkt, zu naiv ..., dass die meisten Nazis nahtlos Schlüsselpositionen in der BRD einnahmen.

Die Archive blieben unter Verschluss, bis 1989, nach dem Fall der Deutschen Mauer. Und erneut wiederholten sich ähnliche Abläufe unter anderen Vorzeichen. Das nannte man Aufarbeitung. Inzwischen weiß ich, dass "Aufarbeitung" ein, zwei, drei und mehr Generationen umfassen kann. Wir beginnen - wieder - auf einer ganz neuen Ebene, uns der Wahrheit der Geschichte zu stellen. Werden wir ihr gewachsen sein?


Die Toten sprechen zu uns!


18. April 2018


Als ich gestern Mittag zufällig im Internet die Seite der "Süddeutschen" überflogen habe, las ich, was das konkret bedeutet. Am prägnantesten hat es Heribert Prantl auf den Punkt gebracht, ich fasse zusammen:


Das Seehofern und Södern (Lipps) sieht so aus:

Der Paragraf 63 wurde "reformiert". Er regelt die zwangsweise Unterbringung des Einzelnen in der forensischen Psychiatrie. Wenn sie dort einmal angekommen sind, treten strafrechtliche Massnahmen in Kraft: In Krisensituationen - ohne dass eine strafbare Handlung vorliegt - tritt die Zwangsunterbringung in die "Geschloßene" in Kraft, vorerst nur in Bayern, das in solchen Beschlüßen schnell und vorbildlich in seiner Selbstwahrnehmung schon immer war. Die Vorschriften sind denen des Strafrechts analog: Einschränkung und Kontrolle aller Besuche, Überwachung der Telefonate, Videoüberwachung, Durchsuchung des Kranken, wozu auch die "Kontrolle der intimen Körperöffnungen" zählt!

Damit noch nicht genug, werden die Klinik und das therapeutische Personal gezwungen (entgegen dem §203 Schweigepflicht, StGB) Meldung zu machen und Daten wie Befund und Diagnose an eine Zentralstelle weiterzugeben.

Meine erste Reaktion als Diplom-Psychologe, approbierter Verhaltenstherapeut und praktizierender Psychotherapeut war Fassungslosigkeit. Mir war sofort klar, dass dieses polit-juristische Monstrum in alle Ebenen des Zusammenlebens eines Individuums hineingreift. Die zukünftigen Folgen sind weitreichendst.

Unmittelbare Folge ist, dass Angst erzeugt wird. In repressiven Staatsgebilden sind zwangspsychiatriesche Einweisungen eines der häufigsten Mittel, um Abweichler ruhig zu stellen. In Zeiten in denen das Hochlied des freien, demokratischen Westens, exponiert die freie demokratische, vereinigte Bundesrepublik, laut angestimmt wurde, konnte man froh sein, nicht in einem der bekannten Staatsgebilden leben zu müssen. Ein gutes Gefühl. Diese Zeiten sind ab sofort unwiederbringlich vorbei. Das wird die nahe und fernere Zukunft beweisen.

Es geht, um das verstehen zu können um das 'Psychische'. Aber was ist das? Bei den Griechen im Altertum, als der Himmel den Göttern und die Erde den Menschen gehörte, hatte ein König (nachzulesen in dem erbaulichen Buch von Michael Köhlmeier - Das grosse Sagenbuch des klassischen Altertums, S. 395-414) vier Töchter. Die Jüngste hieß Psyche, eine makellose, unnahbare, unberührte junge Schönheit, die Schönste überhaupt. Es wurde gemunkelt, dass sie schöner als Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe sei. Es braucht nicht viel Fantasie, dass so was nie ohne Folgen bleiben wird. Ich kürze: Eros, der "Gott des Begehrens" (Köhlmeier), ein Sohn der Aphrodite und des Kriegsgottes Ares, verliebte sich schicksalhaft in dieses attraktive Menschenkind mit Namen Psyche. was dann geschah, sollten man selbst nachlesen.

Wir leben nicht mehr im Altertum, auch nicht mehr, oder vielleicht doch wieder, im dunklen Mittelalter der Folter, Inquisition und Hexenverbrennung. Wir leben im Jahr 2018. Was bedeutet das konkret, wenn sich jemand entweder selbst, oder andere töten möchte? Die Gesellschaft will nicht, dass er, weder das eine, noch das andere tut. Und ergreift Massnahmen. Historisch waren das Gummizellen, kalte Bäder, Spritzen, hirnchirurgische Eingriffe u.a.

Psyche, die Schöne, die menschliche, hat auch ihre Schatten. Sie wird bewundert, beneidet, gehasst und gefürchtet kraft ihrer Expressivität. Und das Bedürfnis ist groß, genauso wie beim Sex, sie zu kontrollieren. Zu kategorisieren, was gut, was schlecht ist. Ohne in die Philosophie auszuufern, das Gesödere geht zu weit! Die Schöne wird stigmatisiert, wenn sie sich nicht an die engen Grenzen der sogenannten "Normalität" hält, wenn sie mal eine Krise hat, unglücklich verliebt oder tief verzweifelt ist. Dann muss sie "behandelt" werden. Aber nicht so, definitiv nicht so. Vielleicht könnte man mal erst Leute fragen, die sich mit der Psyche etwas auskennen? Nicht weil die klüger sind, einfach nur ein wenig mehr wissen. Vielleicht könnte man die öffentliche Meinung mal hinterfragen, wie groß ihr Bedürfnis nach Sicherheit ist, dass sie klaglos Abhörskandale, Weltwirtschaftskrisen, Flüchtlingswellen, weltweite Kriege, Drohnenpleiten, Vorratsdatenspeicherung und weitere ungezählte Peinlichkeiten über sich ergehen lässt. Steuerhinterziehungen, Off-Shore-Briefkästen und dergleichen habe ich noch - wie so vieles andere - der vergangenen schwarzbraunroten und gelbgrün flankierten Ära vergessen. Oder Alt-Werden, ein Skandal. Sag' mir wo die Psyche ist, wo ist sie geblieben? Eines ist sicher, todsicher, sie wird immer mehr verwaltet, mit hunderten von Gesetzen und Formularen.


Eine Tragödie -ganz im Sinne des altgriechischen Theaters. Bändigt die Schöne!




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